Preis

PREISAUSSCHREIBUNG 2005

Preis für humane Nutzung der Informations- technologie

Die "Integrata-Stiftung für humane Nutzung der Informationstechnologie" unterstützt als gemeinnützige Stiftung Forschungsvorhaben, Bildungseinrichtungen und Realisierungsprojekte zur humanen Nutzung der Informationstechnologie. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf der humanen Gestaltung des Arbeits- und Erwerbslebens.

Schwerpunktthemen

Die Fülle der möglichen Beiträge zur humanen Nutzung der Informationstechnologie ist unübersehbar groß, zumal das Verständnis dessen, was als human anzusehen ist, bei verschiedenen Menschen, in verschiedenen Kulturen sehr unterschiedlich ausfällt. Wir möchten es daher Ihnen, den Einreichern überlassen, Ihre Vorschläge zu machen, und wir, das Kuratorium der Integrata-Stiftung, werden sie im Hinblick auf ihr Potential zur Steigerung der Lebensqualität prüfen und bewerten. Nur als Beispiele seien einige Themenbereiche genannt, die unseres Erachtens die humane Nutzung der Informationstechnologie besonders deutlich im Sinne einer Steigerung der Lebensqualität sichtbar werden lassen könnten:

1. Entlastung für Bürger und Behörden durch E-Government

Hier tut sich etwas. Es dauert zwar erstaunlich lange, bis die vielen kommunalen und länderübergreifenden Konzepte konkrete Gestalt annehmen, aber wir wissen, dass sowohl in Wissenschaft und Forschung, als auch in der Praxis der öffentlichen Verwaltungen intensiv daran gearbeitet wird, den mündigen Bürger durch eine Vielzahl von Verbesserungen zu unterstützen: er soll nicht mehr wegen jeder Kleinigkeit zur Behörde gehen müssen, sondern sich in Zukunft über das Internet an- und abmelden können. Wenn die Dienste der öffentlichen Verwaltung untereinander und mit anderen Dienstleistern integrativ verbunden wären, könnten bspw. allein dadurch auch die betreffenden anderen Stellen wie die Kfz-Stelle, die Post, das Finanzamt, die BfA, die Versorgungsbetriebe , unter Umständen sogar die Bank ebenfalls Änderungsmeldungen erhalten.

Das wird zweifellos zu einer Entlastung der Bürger führen, wenn man daran denkt, welche umständlichen Wege er heute noch gehen muss, um auch nur sein neues Auto anzumelden. Aber auch die Behörden werden nach der teuren Einführung dieser Systeme große arbeitstechnische Vorteile realisieren können. Sie werden also besser und kostengünstiger arbeiten als heute.

E-Government ist - so meine ich - ein sehr gutes Beispiel für Maßnahmen, bei denen Rationalisierung und Humanisierung durch technologische Gestaltung zu vereinbaren sind.

2. Globale Chancenteilung - oder Stabübergabe an die Entwi- cklungsländer durch IT-Offshoring

Ein weiteres Thema ist die Produktion im Ausland und die damit verbundene Entwicklung von Arbeitsplätzen in heute noch unterentwickelten Gebieten. Nicht nur das Beispiel der Programmierung in Indien zeigt, welche Potentiale hier bewegt werden, zu denen unter anderem viele technische Großprojekte gehören, die hier geplant und dort ausgeführt werden. Bessere Luft, sauberes Wasser, hygienische Wohnungen, ärztliche Betreuung und - nicht zu vergessen - die für ein leistungsfähiges Sozialsystem erforderliche Infrastruktur. Sie alle können durch informations-technologisch unterstützte Kommunikation besser geplant, ausgeführt und gewartet werden.

Damit vergrößern sich die Chancen für Entwicklungsländer, ihre Lebensqualität auf das Niveau der westlichen Länder anzuheben. In Teilbereichen wird es natürlich bald auch zu einer Stabübergabe kommen, wie in Indien oder China. Aber die globale Arbeitsteilung und der weltweite Handel geben auch uns die Chance, weiter zu wachsen. Die europäische Werte- und Wirtschaftsgemeinschaft wird durch die Konkurrenz der östlichen und fernöstlichen Länder zwar auf ein partnerschaftliches Maß begrenzt werden. Aber wenn sie über die Automobil- und die Flugzeugindustrie hinaus Know How auf weiten Gebieten entwickelt und weltweit vermarktet, wenn sie Innovationen und Beratungsdienste bietet, die allen Menschen eine bessere Lebensqualität sichern können, wird sie selber auch gewinnen.

Wir begrüßen Beiträge aus diesem zukunftsichernden Bereich daher ganz besonders.

3. Usability Engineering - humane Gestaltung von Mensch- Maschine-Systemen

Ein ganz anders geartetes Beispiel, das aber besonders gut zeigt, welche Möglichkeiten zur humanen Nutzung der Informationstechnologie bestehen, ist die ergonomische Gestaltung der so genannten Benutzeroberfläche des Computers. Der Informationsaustausch zwischen Mensch und Computer erfolgt über Ein- und Ausgabeelemente, die auch heute noch durchaus verbesserungsfähig sind. Dabei werden verschiedene Dialogtechniken benutzt, wie z.B. die Menütechnik, die Maskentechnik oder die Technik der direkten Manipulation von Objekten und Funktionen. Aber auch die Umgebungsfaktoren sind in die Gestaltung einzubeziehen: Akustik, Beleuchtung, Raumklima und Bedienungskomfort mit Maus, Tastatur oder Spracheingabe. Vor allem die Letztere wird zu einer erheblichen Veränderung der Mensch-Maschine-Kommunikation führen und diese "menschengerechter" gestalten helfen. Beiträge aus diesem Bereich der Nutzung der Informationstechnologie sind uns daher besonders willkommen.

Letzten Endes entscheiden Sie selber durch Ihren ganz besonderen Beitrag zur Steigerung der humanen Nutzung der Informationstechnologie, welches Thema im Jahre 2005 ausgewählt wird.

Vergabe-Modalitäten

Der "Preis für humane Nutzung der Informationstechnologie" ist gedacht für herausragende Beiträge zur Umsetzung der modernen Informationstechnologie im Sinne einer menschengerechten Gestaltung für Arbeiten, die einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung des Arbeits- und Erwerbslebens leisten und zu einer Steigerung der Lebensqualität führen.

Im Vordergrund steht der pragmatische Gesichtspunkt, d.h. es werden vor allem solche Arbeiten gefördert, die über den Erkenntnisfortschritt hinaus Gestaltungsvorschläge unterbreiten. Das kann in Form von wissenschaftlichen Beiträgen, Projektbeschreibungen und anderen textlichen Darstellungen, z.B. durch Drehbücher, erfolgen. Dabei werden wir grandiose Visionen schwächer bewerten als konkrete Projekte oder best-practice-Darstellungen; denn es kommt uns vor allem auf solche Beiträge an, die unsere Welt - wenn auch im Detail - positiv verändern. Besonders preiswürdig sind natürlich Lösungen, die beides sind: weitreichend und konkret.

Der Preis ist mit 10.000,- € dotiert und kann auf bis zu drei Preisträger verteilt werden. Über die Preisvergabe entscheidet das Kuratorium der Stiftung, das sich aus Persönlichkeiten der Wissenschaft und der Wirtschaft zusammensetzt. Entscheidungen des Kuratoriums sind endgültig und können nicht angefochten werden. Die Tätigkeit im Kuratorium ist ehrenamtlich.

Die Preisträger erhalten ggf. die Möglichkeit, ihren Beitrag in einer Preisverleihungsveranstaltung im Frühjahr 2006 selbst zu präsentieren und/oder in der Homepage der Stiftung zu publizieren.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Die Arbeiten müssen in dreifacher Ausfertigung in deutscher oder englischer Sprache mit erschöpfender und klarer Beschreibung des Projekts, ausführlicher Begründung und erläuterndem Kurzprofil des Bewerbers bzw. der Institution an die

Integrata-Stiftung für humane Nutzung der Informations- technologie
Schleifmühleweg 70
72070 Tübingen
Tel.: 07071 / 408-698
Fax: 07071 / 408-699
info [at] integrata-stiftung.de

eingereicht werden. Die Einreichung kann auch digital erfolgen, es sei denn, Umfang und mehrfarbige Abbildungen sprechen dagegen. Darüber hinaus bitten wir Sie anzugeben, auf welche Weise Sie von der Preisausschreibung erfahren haben. Die Ausschreibungsfrist endet am

30. September 2005

Diese Ausschreibung sowie die bisherigen Schwerpunkte und Preisträger sind im Internet unter www.integrata-stiftung.de unter der Rubrik "Heilmann-Preis" einzusehen.

Darüber hinaus können Sie sich in der dort hinterlegten "Stiftungs-Agenda" ausführlich über Aufgabe, Ziel und Arbeitsweise der Stiftung informieren. Unter der Rubrik "Stiftungs-Dialog" können Sie ihre Beiträge und Fragen platzieren, die wir an gleicher Stelle beantworten werden.

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