Stiftungsidee zur humanen Nutzung der Informationstechnologie

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Human
Was "human" oder "menschlich" bzw. "menschengerecht" ist, muss jede Generation, jede Gesellschaft immer wieder neu bestimmen; daran wollen wir mitwirken.

Nutzung
Wir wollen die Werkzeuge, die geschaffen werden, nutzen und nicht von Ihnen beherrscht werden, auch nicht unwissentlich.

Information
Neben Materie und Energie stellt offenbar die Information ein 3. Grundphänomen unseres Universums dar, oder das erste ? Goethe: "Am Anfang war das Wort"! Und dieses Grundphänomen ist unser Metier.

Technologie
Sprachlich sollte zwischen einem instrumentalen und einem organisatorischen Begriff der Technik unterschieden werden. Während der instrumentale, apparative Aspekt durch den Terminus "Technik" abgedeckt wird, ist der organisatorische Begriff "Technologie" der umfassendere Begriff, der auch die Methoden und Verfahren einschließt.

Dieser komplexe Ausschnitt der Wirklichkeit soll gestaltet werden. Wir wollen einen fachlichen Beitrag zur Klärung der Begriffe und zum Verständnis der obigen Begriffe leisten, im Mittelpunkt steht aber nicht das theoretische Kalkül, sondern die pragmatische Gestaltung, die Verbesserung der Verhältnisse um uns herum, die Steigerung der Lebensqualität. Wir wollen Berater beim Einsatz der Informationstechnologie zur Verbesserung der Lebensverhältnisse in unserer Gesellschaft sein. Das ist unsere Mission.

Konzept der integrierten Datenverarbeitung

Die INTEGRATA war seit ihren Anfängen im Jahr 1964 mit der Einführung der maschinellen, insbesondere der elektronischen Datenverarbeitung in Wirtschaft und Gesellschaft befasst, und die Ganzheitsvorstellung der Arbeit stand bei der Gründung Pate. Deshalb wurde ihr Name aus dem Konzept der integrierten Datenverarbeitung abgeleitet und später, bei der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft, als

"Internationale Gesellschaft für Rationalisierung, Automatisierung und Technologie-Austausch"


im Handelsregister eingetragen. Darin kommt zum Ausdruck, dass ihre Hauptaufgabe die rationelle Nutzung der Informationstechnologie war, wie es für die Softwarebranche typisch ist.

Der Rationalisierungsbeitrag der Software- industrie

Die Softwarebranche bzw. die Softwareindustrie hat sich nach dem Zweiten Weltkrieg gebildet und ist seitdem weltweit als dritte Kraft mit den Herstellern der Hardware und den Anwendern damit befasst, Software für die Nutzung der neuen Technologien zu entwickeln und zu implementieren. Ihre Bedeutung für die Rationalisierung und Automatisierung der Arbeit kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Ohne die Softwareindustrie wäre der gesamte Wandlungsprozess nicht in Gang gekommen, weil es an dem entscheidenden Knowhow gemangelt hätte. Mit Hilfe von weltweit Millionen von Fachkräften ist es gelungen, riesige Rationalisierungspotentiale freizusetzen und so den heutigen Stand der Weltwirtschaft zu erreichen. Die Softwareindustrie ist der große Enabler der Rationalisierung.

Das globale Problem der Arbeitslosigkeit

Von dieser Entwicklung hat die ganze Welt durch einen enorm gestiegenen Lebensstandard profitiert - allerdings in sehr unterschiedlichem Maße; denn es gibt trotz allen Fortschritts sehr viel Armut und Elend in der Welt. Einerseits gelingt es nicht, den produzierten Reichtum auch "gerecht" zu verteilen, und andererseits setzen Rationalisierung und Automatisierung große Arbeitspotentiale in dem Sinn frei, dass zu Beginn des 21. Jahrhunderts weniger Menschen beschäftigt werden müssen als früher, um das Benötigte, bzw. das Verkaufbare zu produzieren. Mit anderen Worten: Maschinen und informationstechnologische Einrichtungen haben ein Heer von Arbeitslosen zur Folge, die nicht beschäftigt werden können, ohne "unwirtschaftlich" d.h. unrationell zu agieren. Das aber will niemand, die neoliberale Wirtschaftstheorie verbietet das geradezu.

Die Folgen der Arbeitslosigkeit bzw. der damit verbundenen Beschäftigungslosigkeit sind bekannt und brauchen hier nicht im Einzelnen dargelegt zu werden. Aber es ist klar, dass sie nicht nur wirtschaftlicher Natur sind. Vielmehr ist mit dem Verlust der Arbeit auch der Verlust des Arbeitsethos verbunden.

Weltweite Verteilung der Arbeit

Das weltweit wichtigste Wirtschaftsziel ist die Schaffung von Arbeits- bzw. Erwerbsmöglichkeiten für alle Menschen. Die Informationstechnologie leistet dazu - unbeschadet ihrer Rationalisierungswirkungen - erhebliche Beiträge durch Erfüllung alter Kommunikationswünsche und Weckung neuer Bedarfe für Information, Kommunikation, Sicherheit und Gesundheit, sowie für eine Vielzahl weiterer Bereiche des Lebens. Dadurch wird Wirtschaftswachstum induziert, und das führt zu höherer Beschäftigung, wenn der zusätzliche Bedarf mehr Arbeitsleistungen erfordert als der Produktivitätsfortschritt freisetzt.

Bedarfsweckung ist aber nicht die einzige und auch nicht die wichtigste Möglichkeit, die Beschäftigungssituation zu verbessern. Es gibt auf der Welt einen riesigen Bedarfsüberhang an den lebensnotwendigen Gütern, von Wasser und den Grundnahrungsmitteln angefangen bis zu menschenwürdigen Unterkünften. Ihn in angemessenem Umfang zu decken, muss das erste Ziel einer globalen Wirtschaftspolitik sein. Es ist nur zu erreichen, wenn in Zukunft neben der Produktion, die Verteilung zum Schwerpunkt der wirtschaftlichen Aktivitäten gemacht wird. Die beste Verteilung des Reichtums der Welt ist aber eine gute Verteilung der Arbeit. Die Arbeit muss zu den Menschen gebracht werden und nicht umgekehrt. So ist "Telearbeit" ein hervorragendes Mittel der globalen Verteilung und damit einer humaneren Gestaltung unserer Welt.

Steigerung der Lebensqualität

Letzten Endes ist es mit der "gerechten" Verteilung der Arbeit und des Reichtums aber noch nicht getan. Wir wissen heute, dass sich Armut und Glück besser miteinander vertragen als Reichtum und Zufriedenheit. Ob die Verteilung des Überflusses auf die Armen das Glück der größeren Zahl steigern würde, ist allen Ernstes zu bezweifeln. Aber Not zu lindern ist möglich und ein Gebot der Menschlichkeit.

Es ist also nicht die materielle Not allein, die es zu beseitigen gilt. Um dem Leben aller Menschen die Qualität zu verleihen, die als human gelten kann, sind große Bildungsanstrengungen zu unternehmen. Ein ausgebildeter Mensch wird nicht nur in seiner Persönlichkeit wachsen, sondern auch einen größeren Beitrag zur Überwindung der Not leisten können. Noch mehr Bedeutung messen die meisten Menschen allerdings ihrer Gesundheit bei, und das mit Recht. Sie gilt es vor allem zu wahren und zu fördern. Gesunde, gebildete Menschen ohne wirtschaftliche Not müssen weltweit das höchste Ziel sein, das die Staatengemeinschaft verfolgt. Erst auf dieser Basis werden auch Kunst und Wissenschaft richtig aufblühen und gedeihen und eine Weltkultur schaffen, die den Idealen der Humanität im höchsten Sinne gerecht werden kann.